Vorbericht
RW Oberhausen - 1.FSV Mainz 05
(Aus
der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )
Vorentscheidung in Oberhausen?
Oberhausen (bt). Seltsam ruhig verläuft die Vorbereitungsphase des 1. FSV Mainz 05 auf das schwere Auswärtsspiel am kommenden Sonntag beim Spitzenreiter der Zweiten Fußball-Bundesliga, Rotweiß Oberhausen. Der Aufregung um das verpatzte Heimspiel gegen Osnabrück folgte nur einen Tag später die Besänftigung durch keinen geringeren als den Vereinspräsidenten Harald Strutz persönlich. Von "K.O.-Schlag" wollte Strutz nun nichts mehr wissen. Weil der Spieltag für seinen Verein ja nicht ganz ungünstig verlaufen sei. Zufrieden kann Strutz trotzdem nicht sein. Aber das wird er sicher nicht an die große Glocke hängen, denn vor dem Spiel bei RWO ist volle Konzentration gefragt.
Der Moment für Unruhe könnte kaum ungünstiger sein. Unruhig sind schon mal die Fans geworden, vor allem nach dem vergebenen Sieg in Nürnberg und dem unsäglichen Osnabrück-Spiel. Der Druck auf die Mannschaft nimmt zu, wenn auch Trainer Jürgen Klopp das mit gewisser Gebetsmühlenhaftigkeit von sich weist. Letztlich ist es er, auf den sich alle Erwartungen fixieren, letztlich lastet der Druck deshalb auf ihm. Auch wenn er wie im Interview mit Sport1 unterstreicht, dass es nicht der Druck, sondern die Wahrnehmung sei, die sich geändert habe. Doch auch diese Aussage und vor allem die Situation, auf die sie sich bezieht, sind nicht neu.
Gibt es deshalb Zeichen für eine wachsende Nervosität im Umfeld des Vereins – nicht nur bei den Fans? Der Autor dieser Zeilen möchte nicht im Kaffeesatz lesen, fragt sich aber: Wie könnte man sonst solche Statements wie das von 05-Geschäftsführer Christian Heidel verstehen, dass man jedem Spieler ein realistisches (Vertrags-)Angebot machen werde, der am Aufstieg mithilft. So nebulös drückt sich der Vereins-Manager ja selten aus. Was meint er mit realistisch, was mit helfen? Weshalb diese Aussage überhaupt?
Gewiss – es laufen einige Verträge aus. Wenn die Mannschaft nun ins Mittelfeld der Tabelle absinken würde und die Chance auf einen Aufstiegsplatz so schwinden sollte, wird es schwer sein, das Team noch zu motivieren. Die volle Konzentration auf den Rest der Saison dürfte dann fehlen.
Ist diese Situation derzeit bei Stürmer Michael Thurk gegeben? Nach dem Weggang von Voronin hatte sich der gebürtige Frankfurter mehr und mehr zum Torjäger entwickelt. Letztmalig traf er (bei einem Punktspiel) jedoch am 5. Dezember 2003 im Spiel gegen Unterhaching. Ist Killer-Micha noch richtig bei der Sache? Wer sich das Spiel gegen Osnabrück ansah, kann sich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass Michael Thurk nicht so hellwach wirkt, wie er es in seinen besten Momenten ist. Abgesehen davon, dass am 20.2. auch der Rest der Mannschaft vor allem mental nicht frisch wirkte. So manche Situation und Möglichkeit wurde nicht vorweggenommen, so dass man oft zu spät an Ball oder Gegner kam. Zudem wirkte die Spielweise der Osnabrücker - das frühe Stören und die enge Ballorientierung – buchstäblich zermürbend.
Welche Erkenntnisse aber hat der Trainer aus dem Osnabrück-Spiel mitgenommen, welche Fehler ausgemacht, damit es am Sonntag gegen Oberhausen nach sieben nicht gewonnenen Auswärtsspielen in Folge mal wieder einen Dreier gibt? Kollektiv-Versagen von Mittelfeld und Sturm habe er gesehen, sagte Jürgen Klopp einen Tag nach dem 0:0 zur Mainzer Allgemeinen Zeitung. Und: "Wir haben keine Ruhe in unsere Aktionen gekriegt, den Kopf nicht hoch genommen, wollten so schnell wie möglich die entscheidende Aktion suchen, sind zu selten offensiv eins gegen eins gegangen, haben viel zu breit gestanden."
Was genau Klopp im Nachgang ausgemacht hat und wer überhaupt gesund genug für einen Einsatz ist, das dürften Interessierte spätestens ab Donnerstag den örtlichen Gazetten entnehmen. Mehr Kreativität im Mittelfeld (mit einem fitten Azaouagh und da Silva) und im Sturm (Niclas Weiland) sowie mehr Konsequenz in der Durchsetzung der taktischen Vorgaben sind nötig.
Das Spiel gegen Oberhausen ist aber nicht nur wegen der beiden letzten nicht ganz geglückten Begegnungen von besonderer Brisanz. Spitzenreiter RWO verlor am vergangenen Sonntag in Burghausen ganz deftig mit 0:5. Diese Packung will die Mannschaft des Ex-Frankfurter Spielers Jörn Andersen sicher gerne wieder woanders abgeben. In solchen Momenten sind die Beobachter in ihrer Einschätzung eines Spiels meist gespalten: Wie stark ist das Team psychisch - hat es die schwere Niederlage gut verkraftet? Ähnlich muss die Frage aber auch an die 05er lauten: Haben Sie aus Nürnberg- und Osnabrück-Spiel keinen Knacks davongetragen? Allen muss zudem klar sein: Wenn es gegen Oberhausen nicht läuft, ist der Zug vielleicht abgefahren, wird es zumindest ganz schwer.
Diese Voraussetzungen berücksichtigt, sollte man eigentlich ein Krampfspiel erwarten können. Gut möglich ist es aber auch, dass beide Teams so richtig in die Vollen gehen, um ihr verlorenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Dann sind bei der offensiven Ausrichtung beider Mannschaften eine Menge Tore zu erwarten.
Hoffentlich fallen die meisten für uns.
So verlief das Hinspiel:
Zuschauer: 13.900
Tore: 1:0 Niclas Weiland (41.)
2:0 Teinert (90.)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Verwarnungen: Gelb: Ouedraogo
Rot: keine
Gelb-Rot: Montero (65. absichtliches Handspiel)
Jetzt eine E-Card an einen Freund senden
Der komplette 22.Spieltag hier
Alle Spieltage hier
Aktuelle 2.Liga-Tabelle hier
Kartensünder hier
Torschützenliste hier