Vorbericht
Alemannia Aachen - 1.FSV Mainz 05
(Aus
der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )
Mainzer Jungs im Aachener Vergnügungspark
Tivoli, Tivoli - wer den Namen Alemannia Aachen hört, unseren nächsten Gegner, dem fährt unweigerlich auch dieses andere Wort - Tivoli - in die Ohren. Das Tivoli, die Festung der Alemannen, die Arena, durch die der Ball rollt.
Aber was bedeutet dieser Begriff eigentlich - Tivoli?
Mit Ravioli hat das schon mal nichts zu tun, aber das bringt uns immerhin auf eine heiße Spur. Der Name Tivoli ist tatsächlich italienischen Ursprungs, genauer gesagt römischen. Es ist der Name einer Stadt. Tivoli wurde bereits um 1260 v. Chr. gegründet.
Tivolis Ruf gründet zunächst auf seine wunderschöne Lage: Es liegt an den Westhängen der Monti Tiburtini, mitten im Grünen. Dies ist eines der bezauberndsten Naturgebiete Italiens, und man blickt von dort aus direkt auf das üppig grüne Tal des Flusses Aniene. Der Aniene bietet mit seinen herrlichen Wasserfällen eine atemberaubende Naturszenerie. So galt Tivoli auch in seiner nachrömischen Zeit noch als die am schönsten gelegene Stadt der Welt.
Das Aufeinandertreffen von (Bau-)Kunst und Natur ließ Tivoli einst zur Sommerresidenz historischer Persönlichkeiten Roms werden. Hadrian hatte dort eine Villa. Auch später noch, im 16. Jahrhundert zum Beispiel, entstanden kunstvolle Bauten, so die Villa d'Este, die heute zahlreiche Touristen anzieht.
Das mondäne Leben in der Sommerresidenz ließ das Bedürfnis nach Kurzweil und Vergnügen aufkommen. Roms Bürger fingen an, in prachtvollen Gärten zu lustwandeln und dem Spiel zu frönen. Kaum bekannt: Tivoli ist in Italien auch der Name eines Kugelspiels.
Und hier schließt sich der Kreis, zum - pardon - schnöden Fußball. Noch sei aber erwähnt, dass heute fast jede große Stadt ihr eigenes Tivoli hat. Ob Wien, Kopenhagen oder meinetwegen Hamburg, mit seinem kleinen Schmidts Tivoli, ein Theater: Sie alle vereint das Bedürfnis nach Spiel, nach Schönheit, nach Kunst, nach Vergnügen.
Nun aber halten wir uns mal fest, denn auch Aachen hat sein Tivoli - das Fußballstadion eben. Das mag mit Kunst und Schönheit wenig gemein haben, dafür jedoch mit Spiel und Vergnügen. Und letzteres hat vor allem der Aachener Fan. Das Tivoli ist bekannt als Hochburg der guten Laune (Karneval in Aachen ist auch ein Begriff), des "never surrender", als Meer schwarz-gelber Schals, skandierender Fans, die mindestens zwei Stunden vor Spielbeginn buchstäblich die Tribüne einnehmen.
Aachens Fans sind leidenschaftlich und humorvoll. Die Stimmung ist schnell auf dem Höhepunkt. Nur selten kommt es dort - auf dem Tivoli - mal zu harten Ausschreitungen. Im Fanshop gab es mal sogar mal die Kittel des Hausmeisters zu kaufen - so verrückt ist der Aachener Fan.
Und genau in diesem Stadion sind unsere Jungs zuletzt - im April des Jahres - ordentlich mit 0:3 eingebrochen. Ein kurzer Rückblick:
Emmanuel Krontiris gelang früh das 1:0 für Aachen, weil die 05-Abwehr viel zu tief in den Gegners Hälfte gestanden hatte. In der 18. Minute fiel dann Spasoje Bulajic aus, und es gab einen Bruch im Mainzer Spiel. Nichts gelang an diesem stürmischen Tag. Spizak und Ivanovic markierten den Rest in einem Spiel, in dem kämpfende Gastgeber auf ausgepowerte Gäste trafen. Damals wurde die Chance vertan, sich rechtzeitig von der Eintracht aus Frankfurt abzusetzen. "Das war ein verdienter Sieg für Aachen. Heute haben nur zwei Spieler Normalform erreicht - Mathias Abel und Robert Nikolic", hatte Jürgen Klopp festgestellt.
Ob es am Montag anders für die Rot-Weißen laufen wird? Nach der zäh und glücklich verlaufenen Premiere dieser Saison gegen Union sowie zahlreichen verletzten Hauptakteuren aus dem bisherigen Mittelfeld ist eine verhaltene Prognose ratsam. Aachen trennte sich vergangenen Woche auswärts 1:1 vom starken Wacker Burghausen. Top-Stürmer Spizak und Ivanovic stürmen zwar nicht mehr für Aachen, dafür holte man den starken Erik Meijer vom HSV, der am Sonntag in Burghausen gleich sein erstes Tor machte.
Der Kern des zuletzt bärenstarken Teams mit Ivica Grlic, Karlheinz Pflipsen, Alexander Klitzpera, Emmanuel Krontiris und Daniel Gomez wurde jedoch erhalten. Die Frage kann nur leiten, wie gut Trainer Jörg Berger sein Team bereits eingespielt hat.
In den Mainzer Reihen dürfte schon mal die Abwehrriege aus dem vergangenen Spiel gesetzt sein - Rose (einer der wenigen, die am Sonntag konstant gut gespielt hatten), Bodog (fehlte noch ein wenig die Fitness), Abel und Nikolic. Fürs Mittelfeld darf man nur spekulieren: Kramny, da Silva, Tavcar, Gerber und natürlich unseren neuen schnellen Mann Christoph Teinert. Azaouagh dürfte kaum fit sein. Nach eigener Aussagen hat er bei bestimmten Bewegungen noch Schmerzen. An vorderster Linie haben wir Benjamin Auer, Niclas Weiland, Michael Thurk.
Der Montagabend am Tivoli - wenigstens nicht in der Gluthitze vom vergangenen Sonntag - dürfte Zuschauern wie Trainern einen weiteren deutlichen Hinweis darauf geben, wie gut die Mannschaft in dieser Saison wirklich ist. Wir drücken ihr fest die Daumen!
Der komplette 2.Spieltag hier
Alle Spieltage hier
Aktuelle 2.Liga-Tabelle hier