Spielbericht
Union Berlin - 1.FSV Mainz 05
(Aus
der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )
Matsch und Brei an der Alten Försterei
Berlin (bt) - Es war eher eine Schlammschlacht als ein Spiel, was die etwa 6000 Zuschauer am Sonntag bei Union Berlin zu sehen bekamen – wenngleich diese Bezeichnung weniger als sonst sprichwörtlich zu nehmen ist, da sich die Emotionen der Fans nach der Aufregung vor zwei Jahren längst beruhigt haben. Anzunehmen, dass sich die heimischen Wildschweine inzwischen wieder auf dem Union-Spielfeld tummeln. Den Akteuren indes hatte der Schiedsrichter keinen Gefallen getan, als er den Pfützen-Schlammacker zum Spiel freigegeben hatte.
Keiner will darüber jammern, zumal die Zuschauer dennoch ein kampfbetontes und spannendes Spiel zu sehen bekamen. Vieles wurde jedoch vom Zufall bestimmt, weil der Pass hie und da einfach nicht ankam oder der beabsichtigte lange Ball zu kurz geriet. 1:1 hieß es am Ende, und so recht kann keine der beiden Mannschaften damit zufrieden sein. Union kommt mit diesem einen Punkt nicht so recht aus dem Keller, und Mainz hat praktisch keinen Boden gutgemacht (um im Bilde zu bleiben).
Die 05er begannen gut, drückten gleich nach vorne. Von Anfang an wurden jedoch gute Chancen nicht genutzt, obwohl die gerade von Dreier- auf Viererkette umgestellte Union-Abwehr einige Löcher aufwies. Dann pfiff Schiedrichter Albrecht einen Freistoß, den Bodog an einem Gegenspieler verursacht haben soll – eine umstrittene Entscheidung.
Ausgerechnet Pechvogel Bodog war es auch, der dann den Schuss von Bruns, etwa zehn Meter vor der Strafraumgrenze, unglücklich ins eigene Tor abfälschte (7.). Dimo Wache hatte keine Chance. Sowas nennt man einfach Pech.
Aber die Jungs hatten noch 83 Minuten Zeit, sich doch noch erfolgreich im Berliner Schlamm zu suhlen. Sie drückten, gaben dabei aber auch viel Platz zum Kontern frei. Tavcar (hatte gute Szenen) verhinderte einmal nur knapp eine Riesenchance des alleine heraneilenden Bruns, Abel rettete ebenfalls mehrfach.
Die 05er verstärkten ihren Einsatz gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Mangelnden Einsatzwillen konnte man keinem der Mainzer vorwerfen - ganz im Gegenteil. Die Jungs gingen gut in die Zweikämpfe und scheuten auch das Matschbad nicht. Viel Kampf, viel Einsatz, auch auf Seiten von Union.
In der zweiten Hälfte agierte jedoch vor allem eine Mannschaft: der FSV. Er schnürte den Gegner in der eigenen Hälfte zu, hatte viel Pech oder scheiterte am überragenden Schlussmann der Berliner, Robert Wulnikowski.
In der 65. Minute brachte Trainer Jürgen Klopp den wieder genesenen Mimoun Azaouagh für Jürgen Kramny aufs Spielfeld – um den Youngster nur 15 Minuten später wieder runterzunehmen. Der Grund laut DSF: falsches Schuhwerk. Wirklich? Man darf spekulieren: Jürgen Klopp hatte zuletzt beklagt, dass Azaouagh zu wenig für die Defensive tue. Und gegenüber dem SWR ergänzte der Couch, dass sich Azaouagh langsam wieder daran gewöhnen müsse, dass es nun um Punkte geht. Ist das etwas im Busch?
Für den gebürtigen Marokkaner brachte Klopp Claudius Weber, einen weiteren Stürmer. Wieder mal ein Glücksgriff des Trainers: Der 25-Jährige verlängerte einen von Christoph Babatz geschossenen Freistoß knapp mit dem Kopf, so dass der Ball haarscharf an Keeper Wulnikowski vorbei im langen Eck landete. Ausgleich!
Fazit: Eine echte Analyse ist angesichts der schwierigen Platzverhältnisse kaum möglich. Einer der auffälligsten Spieler war Neuzugang Markus Dworrak, der sehr viel für die Offensive tat und häufig auch hinten aufräumte. Einsatzwille und Kampfgeist der Jungs stimmten. Das war zu jeder Phase zu sehen. Und auch der Mannschaftsgeist lebt, wie vor allem in der Freudenszene nach Webers Treffer zu erkennen war. Rückkehrer Manuel Friedrich trieb seine Nebenleute immer wieder an, steckte nicht auf – so kennt man ihn in Mainz.
Alles in allem äußerte sich Jürgen Klopp zwar zufrieden, aber insgeheim dürfte er zwei Punkten nachtrauern. Denn seine Mansnchaft war zu jeder Phase spielbestimmend.
Wie gut das Team wirklich steht, kann es am kommenden Sonntag im ersten Heimspiel der Rückrunde gegen Aachen beweisen. Nur schade, dass dann Michael Thurk (mit viel Pech gegen Union) wegen seiner fünften gelben Karte pausieren muss. Zusammen mit Teinert (noch zwei Spiele Sperre) gehen Klopp langsam die Stürmer aus. Bleibt zu hoffen, dass Niclas Weiland (Grippe) schnell wieder gesund wird.
Dem Fan muss nach der Schlammschlacht bei Union nicht bange sein, zumal der 18. Spieltag wieder mal bewiesen hat, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann.
Berlin: Wulnikowski - Sandmann, Kozak, Molata, Dabac - Pätz,
Page, Sobotzik, Bruns (89. Keita) - Baumgart, Ristic (80. Ernemann)
Mainz: Wache - Abel, Friedrich, Bodog, Tavcar - Kramny (65.
Azaouagh/80. Weber), Babatz, Gerber (73. da Silva) - Thurk, Auer,
Dworrak
Schiedsrichter: Hermann Albrecht (Kaufbeuren)
Tore: 1:0 Bruns (7.), 1:1 Weber (82.)
Zuschauer: 5985
Beste Spieler: Wulnikowski, Dabac - Dworrak, Babatz
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Sobotzik (5), Dabac (3) - Bodog (5/2), Thurk (5)
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