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1.FSV Mainz 05
Union Berlin

Spielbericht Mainz 05 - Union Berlin
2:1
(Aus der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )


Neuling Teinert entscheidet die Hitzeschlacht

In der Schule gibt's bei 25 Grad, gemessen um 10 Uhr morgens, frei. In heißen Ländern verzichtet man gar darauf, bei tropischen Temperaturen Fußball zu spielen und verlegt die Begegnungen in die späten Abendstunden. Am Sonntag war's in Mainz schon subtropisch. Und die Luft durchsetzt mit schädlichem Ozon. Fußball gespielt wurde trotzdem.

Wer jetzt allerdings dachte, dass die Begegnung unserer 05er gegen Union Berlin zu einem grausamen Grottenkick mutierte, der sah sich gründlich getäuscht. Vor allem in den ersten 20 Minuten gaben die Roten richtig Gas. Doch vorweg: Noch läuft in unserer Mannschaft vieles nicht rund. Noch wurden sowohl im Zweikampf als auch im Zuspiel zu viele Bälle verloren. Noch gibt es zu viele individuelle Fehler, zu viel Unverständnis zwischen Mittelfeld und Abwehr. Aber daran wird Meister Klopp sicher noch gründlich feilen.

Ungünstig außerdem: Bumm-Bumm-Babatz schied in der 23. Minute mit Verdacht auf Innenbandabriss aus. Fatal, denn im Mittelfeld fehlen bereits jetzt Dennis Weiland und Mimoun Azaouagh – die das Spiel der 05er im Aufbau sicher hätten bereichern können.

14.000 waren an den Bruchweg gekommen, um ihre Mannschaft gleich im ersten Spiel nach vorne zu treiben. Im Heizkessel Bruchweg ließ sich an diesem Tag auch gut in der Sonne bräunen – zumindest wer weit genug vorne stand. Heiß wurde es den Zuschauern dann zusätzlich in der 7. Minute. Da war es zunächst Bodog, dann eine Minute später Auer, die zunächst am Berliner Keeper Robert Wulnikowski und dann am Ex-Frankfurter Thomas Sobotzik scheiterten (köpfte den Ball von der Linie). Zuvor hatten bereits die Berliner Steffen Baumgart und Michael Molata vor 05-Keeper Wache bzw. der Latte passen müssen.

Es war dann Baumgart, der in der 17. Minute von einem Abwehrfehler Jürgen Kramnys profitierte. Anstatt irgendwohin in die Prärie zu köpfen, spielte der Mainzer seinem Kontrahenten direkt vor die Füße, der dann nahezu unbedrängt zum ersten Tor der Berliner in Mainz überhaupt einschießen konnte.

Da wurde es ruhig im Publikum, da machte sich Ärger breit. Schon zuvor waren die Gastgeber bei gefährlichen Eckstößen der Berliner nicht auf dem Posten gewesen. Und nun dieser vermeidbare Treffer... Ja, die Erwartungen sind am Bruchweg deutlich vernehmbar nach oben geschraubt worden. Das Wort vom Aufstieg macht auffällig oft die Runde.

Unsere Jungs gaben nun aber trotz der Hitze noch stärker Gas. Unermüdlich und fleißig rackerte unser Neuzugang Toni da Silva im Mittelfeld, auch wenn ihm noch ein wenig die echte Bindung zum Spiel fehlte. Das könnte dennoch was echt Schlagkräftiges werden.

Mainz drückte und kam einige Male zu guten Chancen. Von Erfolg gekrönt war ausgerechnet Kramnys Schuss in der 44. Minute nach gutem Zuspiel von Niclas Weiland. 1:1. Alles wieder offen. Die Menge tobte und versorgte sich in der Pause mit ausreichend Getränken.

Beide Mannschaften mussten in der zweiten Hälfte der Hitze Tribut gehörig zollen. Die Berliner hatten die besseren Chancen, die sie jedoch nicht nutzen konnten. Dagegen war der Wille unserer 05er immerhin deutlich zu spüren, das Spiel noch zu zu eigenen Gunsten zu entscheiden.

Jürgen Klopp brachte dann in der 66. Minute Neuzugang Rajko Tavcar für da Silva und in der 78. Minute Christoph Teinert für Jürgen Kramny. Genau dieses Tandem war es, das nahezu kongenial den Siegtreffer herbeiführte: Tavcar spielte den Ball über etwa 15 Meter exakt zu dem bereits davongeeilten pfeilschnellen Teinert, der die Kugel dann ohne Zögern knapp an Gästekeeper Wulnikowski vorbei ins Tor zirkelte.

Dann nur noch drei Minuten durchstehen, einmal Luft anhalten wegen eines Union-Freistoßes – und befreit aufatmen: Drei Punkte nach dem ersten Spiel. Das dürfte den Aufstiegs-Propheten sicher neue Nahrung geben. Zunächst aber mal auf dem Teppich zu bleiben und von Spiel zu Spiel denken, dürfte wie bislang schon die bessere Alternative sein. Nächste Woche geht es gegen Aachen – und die hatten uns zuletzt am Tivoli mit 3:0 geputzt.



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