Spielbericht
Mainz 05 - Jahn Regensburg
1 : 1
(Aus
der Sicht des Mainz 05 Fans Bratwurst
Reihenweise Großchancen versemmelt
Da waren sie wieder: diese unvermeidlichen Statements: "Isch geh' nimmer nuff". Oder: "Mein
Lieblingsspieler, den Stehfußballer XY, den hadd er nadierlsich net rausgenomme." Die Enttäuschung der Mainzer Zuschauer nach dem mageren 1:1-Heimspiel gegen Regensburg war groß. Von Rück-Eroberung der Tabellenführung war zuvor die Rede gewesen, und die Chancen standen selten so gut - wieder einmal. Aber es scheint ein Mainzer Gesetz zu sein, dass man Chancen nicht nutzt, wenn sie am günstigsten stehen.
Dabei hatten die 05er - immerhin vor 13.300 Gästen - gar nicht mal schlecht begonnen. Den frühen Ausfall von Benjamin Auer - der wegen eines Arterien-Risses vermutlich für längere Zeit ausfallen wird - konnte Claudius Weber gut kompensieren. Reihenweise versemmelten die Rot-weißen hochkarätige Chancen: da Silva, Thurk, Niklas Weiland zwischen der 15. und 35. Minute. Da wurde selbst das leere Tor nicht getroffen. So musste sich das Auslassen dieser Riesen-Chancen zwangsläufig rächen. Und erneut wiederholte sich das Phänomen, dass eine zeitige Führung nachlässig verspielt wurde.
Großartig wenigstens, dass der Torschütze kein anderer als Claudius Weber (66.) war, denn dieser wurde damit für sein läuferisch und kämpferisch hervorragendes Spiel belohnt. Niklas Weiland hatte den Ball von rechts scharf vor das Regensburger Tor hereingegeben, und Weber hatte schulbuchmäßig den Ball vom linken Pfosten aus eingenickt. Nur zehn Minuten später jedoch gingen die Hausherren nicht energisch genug gegen einen Angriff der Gäste vor. Zunächst verpasste Abel, der für den nach vorne geeilten Rose zurückgekommen war, den Ball vor seinem Gegenspieler, dann konnte Falkenmayer den schnellen Martin Willmann nicht bremsen, der Dimo Wache zunächst mit einer Körpertäuschung aussteigen ließ und dann trocken abschloss.
Das Ergebnis entsprach schon bis dahin ganz und gar nicht dem Spielverlauf. Die Mainzer waren die eindeutig dominierende Mannschaft, ließen aber Übersicht und Zweikampfstärke vermissen. Immer wieder wurden Bälle verloren oder nachlässig und unkonzentriert abgespielt. Regensburg zeigte allerdings auch einen taktisch disziplinierte Vorstellung: Die Oberpfälzer ließen den Gastgebern keinen Raum und störten frühen. Die Hausherren fanden ihrerseits keine spielerischen Mittel, um sich durchzusetzen. Wären die Angriffe jedoch häufiger konsequent über die Außen gekommen vor allem links bot sich oft Raum - hätten sich weitere Chancen ergeben können.
Bliebe noch ein Wort zu manchem Spieler: Fabian Gerber konnte nicht an seine überzeugende Vorstellung im Unterhaching-Spiel anknüpfen, rackerte jedoch viel. Da Silva gefiel diesmal in der Rückwärts-Bewegungen besser, Thurk wirkte eher unauffällig, und die gesamte Abwehr kam ein ums andere Mal ins Wanken.
05-Trainer Jürgen Klopp war zu Recht sauer auf seine Mannschaft. Der FSV muss nun in nur drei Tagen beweisen, dass er es besser kann. Am Mittwoch treten die 05er im Moselstadion zu Trier an. Dort hat man noch eine kleine Rechnung zu begleichen.
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