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1.FSV Mainz 05
Wacker Burghausen

Vorbericht Mainz 05 - Wacker Burghausen
(Aus der Sicht des Mainz 05 Fans Bratwurst )


Mainz ist wieder da

Mainz (bt) Der Jubel nach dem Abpfiff wollte vor allem auf der Südtribüne nicht mehr aufhören. Endlich mal wieder einen Dreier eingefahren. Und das noch in Unterzahl. Gemeinsam mit Bielefeld und Aachen lauern die 05er nach diesem 1:0-Heimsieg gegen Wacker Burghausen auf einen Ausrutscher der Mitkonkurrenten und sind nur drei Punkte von einem Auftsiegsplatz entfernt. Und in den nächsten Spielen gegen Bielefeld und Cottbus haben Jürgen Klopps Mannen die Chance, direkten Konkurrenten Punkte abzunehmen und so weiter aufzuschließen.

Es war kein schönes Spiel, das die etwa 12.000 Gäste an diesem Aprilwetter-geprägten Sonntag zu sehen bekamen. Beide Mannschaften blieben streng bei ihrer Taktik: früh stören und so das Spiel des Gegners zerstören, hart in die Zweikämpfe gehen, die Räume eng machen, zu schnellen Vorstößen bereit sein. Wacker kam jedoch deutlich besser ins Spiel; die Bayern schnürten die Gastgeber gleich zu Beginn in ihrer eigenen Hälfte ein. Die Gäste kombinierten gut, vor allem die wendigen Everaldo und Mokhtari wussten sich immer wieder durchzusetzen. Mokhtaris hart getretener Freistoß konnte Dimo Wache sicher klären (14. Minute).

In den Mittelpunkt des Geschehens geriet jedoch vor allem Schiedsrichter Matthias Anklam. Schlechte Referees durften wir vor allem in dieser Saison schon genügend bestaunen, aber der Mann aus Hamburg toppte sie nahezu alle: Wenn Anklam pfiff, dann pfiff er für die Gäste. Zumindest in Hälfte Nummer eins. Anklam ahndete jedes noch so harmlose Foul der 05er und brachte damit völlig unnötige Schärfe ins Spiel. Selten wohl hat man die Zuschauer am Bruchweg gegen einen Schiedsrichter so aufgebracht erlebt wie an diesem Sonntag.

Der Schiedsrichter toppte seine Leistung in der 23. Minute mit einer gelb-roten Karte für Dennis Weiland, der seinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen getroffen hatte. Kurz zuvor hatte Weiland bereits bei einer umstrittenen Szene gelb gesehen. Dem Mainzer Spiel tat Weilands Fehlen jedoch keinen Abbruch. Von nun ging es eher flotter voran. Auer, von da an allein in der Spitze, scheiterte nur zwei Minuten später mit seinem Flugkopfball an Gäste-Keeper Gospodarek. Das waren auch schon die Höhepunkte im ersten Durchgang.

Unsere Jungs kamen recht flott wieder aus der Kabine. Toni da Silva, zum ersten Mal in der Rückrunde für einen längeren Einsatz dabei und für den wenig auffallenden Dworrak gekommen, kämpfte sich gleich zu Beginn mit einem sehenswerten Solo nach vorne, das leider ohne Erfolg blieb. Nur zwei Minuten später landete da Silvas Freistoß bei dem sehr agilen Azaouagh, der diagonal auf den heransprintenden und völlig frei stehenden Niclas Weiland gab - und dieser drosch volley, vermutlich mit dem ganzen Frust der zuletzt nicht erzielten Tore, den Ball in die Maschen.

Die 05er schafften es, ihren Vorsprung über die Zeit zu retten, wobei sie jedoch meist spielbestimmend blieben. Marco Rose hätte aus seiner Riesenchance in der 87. Minute sogar noch mehr machen können: Er übersah den mitgelaufenen Benny Auer - der ein Riesen-Laufpensum absolvierte - versuchte es selbst und schoss am langen Eck vorbei.
Aufregung gab es dann nochmals in der Schlussminute. Schiri Anklam ahndete eine Grätsche Nikolics mit einer weiteren gelben Karte. Auch der Verteidiger musste vom Platz. Jürgen Klopp reagierte, nahm Azaouagh heraus und ließ Marco Walker hinten spielen.

Fazit: Drei wichtige Punkte mitgenommen. Mainz' Formkurve zeigt nach oben. Mit einem Mann weniger, kurz vor Schluss waren es sogar zwei, überzeugte die Mannschaft kämpferisch, leidenschaftlich und blieb taktisch diszipliniert. Benjamin Auer muss hier ganz besonders genannt werden: Er spulte ein Riesen-Laufpensum ab und zog jede Menge Gegenspieler auf sich. Da Silva ließ seinen Spielwitz und seine technischen Fertigkeiten aufblitzen - auch wenn er recht früh abbaute und den ein oder anderen Schlenker zuviel riskierte. Der Brasilianer kann jedoch - wie kaum ein anderer im Team - exakte und somit entscheidende Pässe in den Lauf seiner Mitspieler servieren, und er erkennt sich entwickelnde Situationen treffend.
Positiv fiel diesmal auch Sandro Schwarz auf; er unterband das Spiel des Gegners früh und hatte immer ein Auge für die Defensive wie die Offensive.
Mainz ist nach diesem 1:0-Sieg wieder da - und erwartet zum Montag den Mitkonkurrenten Arminia Bielefeld.


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