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1.FSV Mainz 05
Arminia Bielefeld

Spielbericht Mainz 05 - Arminia Bielefeld
(Aus der Sicht des Mainz 05 Fans Bratwurst )


Was bleibt, ist Katzenjammer

Geschlossen stand die Mannschaft, kontrollierte den Gegner, blockte im Mittelfeld mit hervorragendem Pressing, verschob bei Ballbesitz schnell nach vorne oder konterte im entscheidenden Moment. Gepflegtes Kurzpassspiel verwirrte den Gegner, der den Bällen meist hinterher schaute. So gewinnt man in Mainz. Mit 2:0. Und mit der Taktik, für die eigentlich der Gastgeber bekannt ist. Aber der spielte an diesem Montag zeitweise unsäglich schlecht. Was bleibt, ist eine riesige Enttäuschung. Denn hier wurde nicht nur ein Spiel verloren. Hier wurden im Kampf um den Aufstieg ganz wichtige Punkte an einen direkten Konkurrenten abgegeben.

Damit ist schon alles gesagt. Eigentlich. Doch bekämpfen wir den Frust und kommen zum Spiel. Unsere 05er gerieten vor allem in der zweiten Halbzeit nach dem frühen 0:2 endgültig von der Rolle. Da lief fast nichts mehr: Pässe kamen nicht an oder wurden schlampig gespielt, dem Gegner zu viel Platz gelassen, Pässe meist dumpf hoch nach vorne gehauen, wo ein Benjamin Auer allein gegen drei, vier Gegenspieler stand, da entwickelte nicht einer aus den Reihen der 05er genügend Kreativität, um die Viererkette des Gegners zu knacken. Besonders tragisch: So gut, zumindest spielerisch, waren die Arminen gar nicht. Sie ließen den Ball aber sicher, ja, cool und abgeklärt, laufen. Bei unseren Jungs hingegen schien wieder einmal die Angst zu lähmen.

Wie schon gegen Burghausen ging es zunächst mal im Rückwärtsgang. Trainer Jürgen Klopp hatte Niclas Weiland, Sandro Schwarz, und Mimoun Azaoaugh ins Mittelfeld gestellt, Markus Dworrak, Benjamin Auer und Michael Thurk wirbelten im Sturm. Für den gelb gesperrten Nikolic stand wie zu erwarten Falkenmayer in der Abwehrkette. Die Arminia begann druckvoll und schnürte die in Schwarz auftretenden Mainzer - warum überließ man dem Gegner die eigenen Farben? - zunächst in der eigenen Hälfte ein. Der erste Angriff der Gastgeber endete gleich kläglich: Auer kam aus aussichtsreicher Situation an den Ball (8. Minute), ließ sich aber noch von einem Gegenspieler einholen. Eine weitere Großchance im Lauf der ersten Hälfte hatte ebenfalls Benjamin Auer (dem Jungen wär mal ein Tor zu gönnen, so wie der rackert). Sein Kopfball ging jedoch knapp am Torpfosten vorbei.

Wie aus heiterem Himmel fiel das 0:1: Vata war plötzlich durch, ließ den verdutzen Friedrich stehen, und schon war es passiert - der Ball kullerte am nicht minder verdutzten Dimo Wache vorbei ins Netz.

Anders als gegen Burghausen oder Aachen folgte diesmal aber nicht das große Aufbäumen. Die 05er waren einfach harmlos.

Kaum hatte Schiedsrichter Peter Sippel zum zweiten Durchgang gepfiffen, da stand es auch schon 0:2. Küntzel hatte den Ball hoch über die 05-Abwehr hinweg gespielt, da stand Porcello auf dem Posten, der auch vom weit herausgelaufenen Dimo Wache nicht mehr gestoppt werden konnte. Vielleicht hätte unser Keeper hier sogar noch weiter herauslaufen müssen. Schuld am Tor war er sicher nicht. Vielmehr war unsere Abwehr, darunter auch Manuel Friedrich, einige Male recht indisponiert.

Von nun an lief erst recht nichts mehr. Zu keiner Zeit hatte der FSV eine wahre Chance, überhaupt noch ein Tor zu erzielen. Vor allem am Spielerisch-Technischen fehlte es, an individueller Klasse. Und man darf hier zusammen mit einem berühmten Kigges-Analysten zu Recht fordern, dass die Jungs einmal in sich gehen und wieder einige Basics einstudieren sollten. Daran scheint es wirklich zu hapern. Der Vorschlag, kurzfristig ein Trainingslager einzuberufen, könnte auch nicht schaden. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


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