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1.FSV Mainz 05
LR Ahlen

Spielbericht Mainz 05 - LR Ahlen
(Aus der Sicht des Mainz 05 Fans Bratwurst )


Wieder mit fast leeren Händen vom Platz gegangen

Mainz (bt) - Rezept für ein Heimspiel der 05er gefällig - könnte man defätistisch fragen? Einfach den Bericht vom letzten Heimspiel lesen und Osnabrück gegen Ahlen tauschen. Nach der erneuten Nullnummer am Bruchweg mag der Fan noch entnervter reagieren. Wieder die Punkte liegen gelassen. Und abermals fehlten die spielerischen Mittel und die Ideen, um einen - in diesem Fall harmlosen - Gegner zu besiegen.

Dabei hatte es doch recht lustig angefangen: Stadion-Lautsprecheranlage ausgefallen, gespenstische Stille, kein Klaus Hafner, keine Musik, kein - doch halt: Das "You Never Walk Alone" steuerten die Fans von der Südtribüne selbst bei. Und nebenbei noch die Aufstellung. Klasse-Leistung, wenigstens von den Fans, die allemal hoffen durften, auf eine aus dem Osnabrückspiel geläuterte Mannschaft zu treffen. Immerhin waren 12.000 ins Stadion gekommen.

Das Niveau der Partie war weit von dem legendären Spiel vom Mai 2003 in Ahlen entfernt. Von Beginn an erhielt der Beobachter den Eindruck, dass den Jungs sowohl geistige als auch körperliche Frische fehlte. Zwar kamen die 05er diesmal weniger hartnäckig als gegen Osnabrück durch die Mitte, drückten nach vorne und kontrollierten das Spiel, aber die Torchancen in der ersten Hälfte ließ vor allem Michael Thurk ungenutzt. Von Killerinstinkt bei unserem Stürmer keine Spur; einige Male ließ er sich sogar locker überlaufen. Stürmer-Kollege Niclas Weiland machte es kaum besser; ihm fehlte es nach überstandener Krankheit noch an Spritzigkeit.

Auch Mimoun Azaouagh, von dem sich Trainer Jürgen Klopp etwas erhofft hatte, blieb blass. Babatz und Kramny stocherten glücklos im Mittelfeld herum und bewegten sich in der ersten Hälfte zu wenig. Allzu oft rückte das Mittelfeld gegen die tief stehenden Ahlener nicht nach, wurde die Distanz zum Gegner und Ball ohne Not vergrößert, wurde der Weg über die Außen zu selten gesucht. Hinzu kam ein häufig schlampiges Abspiel - ein völlig unkonzentriertes Auftreten, das sich in zahlreichen Fehlpässen, Stopp- und Stockfehlern zeigte.

In der 35. Minute hätte der ansonsten etwas kleinlich pfeifende Schiedsrichter Stachowiak Strafstoss für die Mainzer pfeifen müssen: Velkoborsky hatte Thurk deutlich sichtbar im Strafraum umgestoßen. Eine Strafe gab es dann doch noch: Aber die gelb-rote Karte für Ahlens Bamba nach einem Foul (42.) am fehlerfreien Dimo Wache, den zuvor schon Bencik nicht hatte überwinden können, tat dem weiteren Spielverlauf nicht gut. Wähnte sich die Mannschaft schon in Sicherheit? Thurk schoss noch einmal weit übers gegnerische Gehäuse, dann ging es auch schon in die Pause.

Wer geglaubt hatte, dass die 05er nun richtig aufdrehten, sah sich getäuscht. Auch in Überzahl fanden die Jungs keine Mittel, die dicht stehende Abwehr der Ahlener zu knacken. Jürgen Klopp brachte in der 60. Minute Gerber für Azaouagh, dann löste er sogar die Vierkette auf, indem er Nikolic vom Platz nahm und Claudius Weber (70.) in den Sturm beorderte. Der Blondschopf drehte ordentlich auf, scheiterte jedoch keine zwei Minuten später bei einem Seitfallzieher an Gästekeeper Meier.

Zehn Minuten vor Schluss durfte auch Teinert mal wieder ran - für den farblosen Kramny. In der rechten kurzen Zeit bis zum Schluss konnte "Muli" jedoch seine Schnelligkeit nicht ausspielen; dafür waren die Räume zu eng, wurde der Ball zudem nicht schnell genug nach vorne befördert. In der Nachspielzeit scheiterte Weber dann erneut bei einem Nachschuss nach Babatz-Freistoß. Und dann pfiff Schiri Stachowiak ab. Aus, vorbei, wieder mit fast leeren Händen vom Platz gegangen.

So lässt sich der Schlusssatz vom Vorbericht zum Spiel in Oberhausen wiederholen: Schaffen es die 05er nicht, bei RWO drei Punkte einzufahren, dürfte der Aufstiegszug abgefahren sein. Wie stehen die Chancen fürs nächste Spiel? Oberhausen durchläuft zurzeit eine kleine Krise. Nach dem 0:5 in Burghausen kassierte RWO am Sonntag eine deftige 1:3-Schlappe in Cottbus. Anzunehmen, dass die Kleeblätter gegen Mainz eine Menge vergessen machen und wieder die Spitze erklimmen wollen. Da sollten die Jungs gerüstet sein, wenn sie noch ernsthaft an große Ziele glauben wollen.


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