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Arminia Bielefeld
1.FSV Mainz 05



Mit leeren Händen von der Alm nach Hause

Die Sonne schien auf der Alm. Strahlen konnte am Ende aber nur eine Mannschaft, und die hieß Arminia Bielefeld. Mit dem Abpiff hieß es 1:0 für die Gastgeber, die ihren fünften Sieg in Folge einfahren konnten und dem FSV Mainz 05 nun bereits mit fünf Punkten davon geeilt sind. Die Rheinhessen wurden für einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit bestraft und werden nun viel damit zu kämpfen haben, keinen Knacks aus den letzten drei Spielen davonzutragen.

Bielefeld wirkte von Anfang an entschlossener als Mainz und ließ den Ball gut laufen. Publikums-Liebling Owomoyela kam immer wieder mal viel zu frei vors Mainzer Tor. Die Roten hingegen meist ohne Glück, aber mit Zug nach vorne. Auer scheiterte in der 5. Minute frei vor Torwart Hain.

Azaouagh zwar sehr agil, hatte aber einen schweren Stand gegen den langen Benschneider. Dimo Wache machte hingegen eine gute Figur, war immer hellwach und auf dem Posten.

Die Abwehrreihen beider Mannschaften standen beide gut. So verwundert es nicht, dass unsere 05er ihre erste Ecke in der 33. Minute treten durften. Doch diese blieb ohne zählbares Resultat. Mainz gefiel insgesamt deutlich besser als gegen Burghausen, war beweglicher und aggressiver, aber die Arminia wirkte von der Spielanlage sehr gefällig und blieb immer hochgefährlich.

So hieß es in der 39. Minute auch 1:0 für die Gastgeber. Dammeier hatte von rechts eine Ecke getreten, Benschneider mit dem Kopf verlängert und ausgerechnet Boakye, der schon mal am Bruchweg vorgespielt hatte, bekam den Ball, nahm in volley und drückte ihn aus vier Metern in die Mainzer Maschen. Dies war der vierte Streich des Bielefelder Neuzugangs. Warum sich für Benschneider und erst recht für den völlig frei stehenden Boakye kein 05er zuständig fühlte, darf errätselt werden...

Weiter ging es so auch nach der Pause. 54. Minute: Vata setzte sich durch über links, flankte in den Strafraum auf Owomoyela, der mehrere Mainzer austanzte, aber dann an Dimo Wache scheiterte. Der Mainzer Keeper hatte einen guten Tag und rettete nur eine Minute später vor dem heranstürmenden Boakye, weil er fast 30 Meter aus seinem Kasten herausgelaufen war.

Bielefeld war in dieser Phase stets gut am Drücker und kontrollierte die Gäste. 05-Trainer Jürgen Klopp schien nicht zufrieden, er setzte auf Angriff und wechselte Jürgen Kramny gegen den offensiveren Christoph Teinert ein - der Stürmer sollte mal wieder seiner Jokerrolle gerecht werden.

Die Mainzer wurden ein wenig gefährlicher. Je näher der Abpfiff rückte, drängten sie beinahe wütend, aber blind nach vorne. Es fehlte eine ordnende Hand. Immer wieder ging es nur durch die Mitte, wo die Arminen keine Mühe hatten, den 05ern den Ball abzunehmen. Nikolic, der mal wieder auf rechts außen in der Viererkette spielen durfte, gefiel als einer der wenigen offensiven und wichtigen Impulsgeber nach vorne.

In der 84. Minute wechselte Klopp dann Stefan Kühne für Toni da Silva ein - noch einen Offensivmann. Geholfen hat es am Ende nicht. Mainz biss sich an der massiven Bielefelder Abwehr fest und verließ die Alm mit leeren Händen. Die 05er fielen sogar auf den vierten Tabellenplatz zurück, weil Cottbus und Aachen gewannen. Sollte sich Unterhaching im Montagsspiel gegen Nürnberg durchsetzen, fallen die 05er sogar noch weiter zurück.

Sicher - am Ende des 9. Spieltags in Trübsinn zu verfallen ist angesichts der allgemeinen Tabellenlage verfehlt. Wer aber mit entsprechenden Ansprüchen wie Mainz in die Saison gestartet ist, der muss sich auch an diesen Ansprüchen messen lassen. Woran lag es also? Am Engagement unserer Jungs - zumindest in der ersten Hälfte - wohl kaum. Das war gemessen am Burghausenspiel in Ordnung. Einige Fans bemängeln indes das fehlende Feuer im Spiel der 05er, das letztmals gegen Oberhausen zündete. Was ist los bei Mainz 05?

Vielleicht aber ging der ein oder andere auch mit zu großem Respekt vor dem Gegner ins Spiel. Die Wege unserer Jungs endeten zudem meist vorne im Angriff - kein Durchkommen, keine Ideen, die wenigen Chancen nicht genutzt. «Wir haben sehr viel richtig, und ein paar Kleinigkeiten falsch gemacht», sagte der FSV-Coach der Deutschen Presse-Agentur (dpa), «wir haben Bielefeld arge Probleme bereitet, aber unsere Möglichkeiten nicht genutzt.»

Ausblick: Für Jürgen Klopp bleibt bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Montag gegen Cottbus nicht viel Zeit, seine Jungs wieder aufzurichten. Gegenüber dem Burghausenspiel war allerdings schon ein Fortschritt zu erkennen. Es fehlte aber an Ideen, an Biss, an erkennbarem Willen zum Sieg.

Kein Zweifel - am kommenden Montag müssen gegen Cottbus drei Punkte eingefahren werden, wenn man den Anschluss nach oben nicht für längere Zeit verlieren will. Und so dürfte schon jetzt feststehen: Am 10. Spieltag wird der Bruchweg wieder brennen!

Aufstellung: Dimo Wache, Marco Walker, Marco Rose, Robert Nikolic, Mathias Abel, Dennis Weiland, Jürgen Kramny (58. Christoph Teinert), Antonio da Silva (85. Stefan Kühne), Mimoun Azaouagh, Benjamin Auer, Michael Thurk (70. Fabian Gerber). Tore: 1:0 Isaac Boakye (39.)



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