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SC Freiburg
1. FSV MAINZ 05

Vorbericht SC Freiburg - FSV Mainz 05
(Aus der Sicht des Mainz-05-Fans Bratwurst)


Vom Höllental zum Mösle-Park

Nein, mit einer Plattitüde wollte ich nicht anfangen. Aber beim Gedanken an den SC Freiburg fällt mir stets nur einer ein: Volker Finke. Das Phänomen Freiburg - sofern es nach so vielen Jahren der Konstanz (seit 1991) noch eines ist - trägt seinen Namen, den Namen des Trainers. Und es wird ihn auch so lange tragen, bis Trainer und Vorstandsfreund Achim Stocker einmal aus natürlichen oder erzwungenen Gründen auseinander gehen.

Beschaulich, idyllisch, ökologisch - das ist ein weiteres Gesicht des SC Freiburg. Ein kleiner, feiner Verein, ein Goldfisch im Haifischbecken des Profifußballs, so ein bisschen St. Pauli und ein bisschen Schwarzwald. Ohne seinen Präsidenten Achim Stocker würde sich Freiburg vermutlich bei den Großen der Szene einreihen - ein modern geführtes Unternehmen mit ordentlichem Management und hartem Boss, kein Club, dem immer noch ein wenig der Anstrich des Provinziellen anhaftet.

Provinziell? Kann das noch provinziell sein, wenn sich ein kleiner Verein eine supermoderne Fußballschule leistet? Nein, das Attribut Provinz kann sich im Falle des SC Freiburg allenfalls auf die Region beziehen, auf die beschauliche Lage rund um Schauinsland und Kaiserstuhl.

Volker Finke kam 1991 zum SC, und bereits 1992/93 stieg der Verein in die erste Liga auf. Von da an begann ein hektischer Ausbau des Stadions, um die erforderlichen Auflagen und Voraussetzungen für die wachsende Zahl an Zuschauern zu erfüllen. So wie der FC St. Pauli als Underdog der Liga gilt, ist der SC Freiburg ein Symbol für die Planbarkeit erfolgreichen Fußballspiels. Bundesliga und UEFA-Pokal, Euphorie im Schwarzwald. Jeder Fußballverein träumt davon, dass ihm einmal etwas gelingt wie das, was der SC Freiburg beispielhaft vorgemacht hat. Auch in Mainz träumt man davon.

Was aber hatte Finke schon bewegend Anderes gemacht? Der gebürtige Niedersachse setzt auf technisch gepflegten Fußball, auf Ball orientierte Raumdeckung und schnelles Kurzpassspiel. Der Vergleich mit unserem Trainer Jürgen Klopp und seinen 05ern hinkt da so sehr nicht. Jürgen Klopp hat Konstanz ins Spiel und die Nachwuchsarbeit des Vereins gebracht, eine Art Überbau oder Leitfaden, wie es auch Volker Finke für wichtig hält. Kloppo ist beliebt, gilt schon jetzt als Erfolgsbringer, arbeitet taktisch und psychologisch sehr viel, ist sprachgewandt und gilt ein wenig als intellektuell - wie Volker Finke.

Der Lack hat bei Finke inzwischen aber einige kleine, wenn auch nur feine, Risse bekommen. Der knapp 55-Jährige (am 24. März hat er Geburtstag) musste sich von den Fans jüngst heftigere Kritik als je zuvor gefallen lassen. Nicht erst seit dem Absturz in die Zweite Liga und nach dem viel kritisierten Verkauf von Sebastian Kehl. Nein, die Fans messen ihren Trainer an seinen eigenen Ansprüchen. Der Misserfolg beginne erst ab Rang vier in Liga zwei, hatte Fink einmal gesagt. Und genau dort befindet sich jetzt der Erfolgs-verwöhnte Club.

Was jedoch alles andere als dramatisch ist; denn mit einem Sieg am Freitag sähe die Welt schon wieder anders aus. Dann nämlich kommt jener Verein ins Dreisamstadion, für den der SC Freiburg so ein wenig ein Vorbild ist. "Gegen Mainz müssen wir gewinnen", fordern die Fans im Forum des SC (http://www.scfreiburg.com/handler/fans/forum/). Ein anderer meint: "Ich kann Mainz gut leiden und wir werden zusammen aufsteigen, aber am Freitag erwartet euch die Hölle."

Das Höllental liegt ja bekanntlich nicht so weit von der Stadt mit dem hübschen Münster entfernt, vielleicht können Jürgen Klopp und seine Mannen nach dem Spiel mal einen Ausflug dorthin starten. Oder sie schauen zuvor im "Mösle"-Park vorbei, liegt unweit der Fußballschule. Womit wir feststellen können, dass in Freiburg die Höhen und Tiefen - zumindest namentlich - nicht so weit auseinander liegen. Für unsere Jungs sollten es nur die Höhen sein. Aber beides ist drin. Mit voller Konzentration kann die Mannschaft drei Punkte einfahren, denn das Team hat sich im Vergleich zum 0:0-Hinspiel weiter entwickelt. Die 05er sind zudem psychologisch in der besseren Position: Freiburg muss gewinnen, um auch gedanklich dran zu bleiben. Wir selbst haben noch zwei andere so genannte Sechs- Punkte-Spiele. Aber darüber denken wir erst mal gar nicht weiter nach...




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