Spielbericht
SSV Reutlingen - FSV Mainz 05
1 : 2
(Aus
der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )
Angst gegen Angst
Nein, einen Schönheitspreis hatte das Spiel der 05er in Reutlingen sicher nicht verdient. „Wir haben schlecht gespielt“, fiel dann auch die Bilanz von FSV-Coach Jürgen Klopp zur ersten Hälfte aus. Die in Schwarz und Weiß angetretenen 05er agierten übervorsichtig, ja, fast ängstlich. Hatte man doch das letzte Spiel an der Kreuzeiche und auch das im heimischen Bruchwegstadion gegen die Schwaben jeweils verloren.
Aber Spitzenmannschaften zeichnet es aus, dass sie auch solche Spiele erfolgreich meistern. So hieß es am Ende: Aus wenigen Chancen alles gemacht, 2:1 für unsere 05er. In den letzten fünf Minuten wurde es allerdings noch einmal sehr spannend.
„Zum Abgewöhnen“ lautete das Urteil der Radio- und Fernsehreporter schon während der ersten Hälfte. Da schaltete die Journaille lieber öfter mal ins bayerische Burghausen, wo unsere Mitbewerber aus dem Dorf neben Offenbach schon bald zurücklagen. Der einzige, zumindest im DSF-Bericht festgehaltene Höhepunkt im Spiel des FSV war etwa in der 10. Minute ein Schuss von Christof Babatz, bei dem der Ball knapp am linken Pfosten des gegnerischen Gehäuses vorbeistrich.
Reutlingen, das ohne seinen Torjäger Nico Frommer (Grippe) und Stamm-Torwart Goran Curko (Muskelproblem) angetreten war, ließ das angekündigte Powerplay vermissen. Die Schwaben hatten noch am Mittwoch zu Hause gegen den Tabellenletzten Braunschweig mit 0:1 verloren und eine Energieleistung gegen den FSV angekündigt. Doch nichts davon war zu sehen.
In der 46. Minute erhielt der bis dahin recht blass wirkende Andrij Voronin einen Tritt auf das linke Sprunggelenk und musste für den Rest des Spieles aufgeben. Für ihn kam Azaouagh. Voronin kann aber am kommenden Freitag gegen St. Pauli wieder auflaufen.
Auch in der zweiten Hälfte verlief das Spiel zunächst nur unwesentlich aufregender als bisher. Michael Thurk warf seinem Gegenspieler den Ball hinterher, kassierte dafür eine Gelbe Karte, seine fünfte insgesamt, und muss deshalb das Spiel gegen St. Pauli von der Tribüne aus verfolgen. In der 68. Minute fiel dann wie aus heiterem Himmel ein Tor für unseren FSV: SSV-Verteidiger Oliver Unsöld irritierte seinen Keeper und brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Torriecher-Mann Thurk spritzte dazwischen, und Morinas, kurz zuvor für Babatz eingewechselt, musste nur noch einlochen. Ausgerechnet Igoris Morinas, der bislang noch nie für den FSV getroffen hatte.
Zehn Minuten später durfte Benjamin Auer seinen dritten Treffer für Mainz bejubeln. Der gut offensive Marco Rose hatte den frei stehenden Auer herrlich angespielt, der schirmte den Ball gekonnt gegen Unsöld ab und schoss aus spitzem Winkel ins Tor. 2:0 für den FSV!
Dass Darko Novacic drei Minuten vor Schluss nochmals für den SSV traf, war einer Nachlässigkeit der Mainzer Abwehr zuzuschreiben. Vielleicht hätte auch Dimo Wache den Treffer ebenfalls verhindern können, wenn er früher aus seinem Kasten gekommen wäre. Sei’s drum – die drei Punkte blieben bei uns.
Fazit: Auch gegen Angstgegner kann man gewinnen, zumal dieser Gegner selbst viel zu zögerlich war und seine Chancen erst in den letzten Minuten erkannte. Das Spiel litt auch unter der fehlenden Dynamik eines Niclas Weiland, der aber gegen St. Pauli seine Rotsperre abgesessen hat. Im Mittelfeld tat sich über weite Strecke wieder mal wenig Kreatives. Ein starkes Spiel lieferte hingegen Sven Christ ab, für den die Vertragsverhandlungen eigentlich nur noch Formsache sein dürften.
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