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1. FSV MAINZ 05

Spielbericht Mainz 05 - Union Berlin 1:0
(Aus der Sicht des Mainz 05 Fan Bratwurst )


Taktisch gut eingestellte Mainzer", "spielerisch überlegen" - so ist das allgemeine Presse-Echo zum Heimspiel gegen Union Berlin ausgefallen. Respekt und Anerkennung zur Leistung der 05er gegen Union Berlin müssen sein. Dennoch war die gezeigte Leistung alles anderes als ein fußballerisches Highlight. Ohne unseren Torjäger Andrij Voronin, da sind sich mal wieder alle einig, wären unsere Jungs mit leeren Händen nach Hause gegangen. Und diesmal muss man dazusagen: Ohne ein wenig Glück, das uns in der Hinrunde öfter mal gefehlt hatte, hätten wir keine drei Punkte eingefahren. Dass Steffen Menze in der 86. Minute noch freistehend aus etwa 15 Metern versemmelte und der Ball im Toraus landete, das war einfach Berliner Unvermögen gepaart mit Mainzer Dusel. Doppeltes Pech für Union: Menze war erst kurz vor Spielbeginn ins Aufgebot genommen worden, weil Stürmer Ristic sich beim Aufwärmtraining verletzt hatte.

Alles in allem konnte das Team nicht überzeugen. Azaouagh, mit viel Lob erst kürzlich ins Profigeschäft gestartet, lieferte sein bislang schwächstes Spiel überhaupt ab - Grund: Zahnoperation und somit weniger Training. Voronin wirkte ebenfalls nicht 100prozentig fit, was er anschließend bestätigte. Auch der Ukrainer hatte wegen Krankheit pausieren müssen. Wie auch immer - er hat wieder mal getroffen.

Dem gesamten Mittelfeld fehlten wieder einmal so recht die Ideen, um die meist massiv in die Defensive eingerückten Unioner zu bezwingen. Meist ging es nur stur durch die Mitte, fehlte entweder (Voronin) die Übersicht, einen frei stehenden Mitspieler zu sehen oder vertändelte sich ein 05er in der dicht gestaffelten Berliner Abwehr.

Die häufig diagonal oder hoch gespielten Bälle waren nicht das richtige Mittel, um die Unioner in Verlegenheit zu bringen. Dazu standen "die Preußen" auch zu dicht, und ein Durchkommen war schwer möglich. Resultat: Unsere Jungs sprangen öfter mal ins Abseits. Über eine Szene in diesem Zusammenhang lässt sich jedoch streiten. Nur ungern zitieren wir da Mathias Bunkus vom "Berliner Kurier", aber wo er Recht hat, hat er Recht: "Als Thurk traf, pfiff Schiri Margenberg Abseits (60.). Dabei war der Ball von Nikol gekommen ..."

45 Minuten lang verbissen sich unsere Jungs in der gegnerischen Hälfte, ohne nennenswerte Chancen herausgespielt zu haben. Das Tor kurz vor der Pause war deshalb auch das Produkt eines Schnitzers der Berliner Abwehr. Voronin nahm den abgeprallten Ball konzentriert volley. Das Leder wurde gleich noch zwei mal von abgefälscht - und landete im Tor. Welch ein Glück! Erleichterung zur Pause.

Verkrampft, ängstlich, ideenlos, wenig selbstbewusst (warum eigentlich?) - so wirkten unsere Jungs vor allem in der zweiten Hälfte. Der Auftritt innerhalb dieser 45 Minuten erinnert den Autor dieser Zeilen an die Begegnung im Waldstadion, die mit 0:1 verloren ging. Ein bisschen was davon muss auch bei Jürgen Klopp hängen geblieben sein, der später - immerhin - einräumte, dass "wir auch besseren Fußball spielen können". Hauptsache 33 Punkte.

Gegen Trier wird die Mannschaft entschlossener und (noch) selbstbewusster auftreten müssen. Die Moselaner sind zu Hause eine Macht und ein bissiger Gegner. Welch tolle Moral die Truppe von Paul Linz hat, konnte sie jüngst in Burghausen beweisen: Mit neun Spielern gelang den Moselstädtern noch der Ausgleich.

Egal - der Weg nach oben ist nach dem Unentschieden der Freiburger gegen Aachen und dem der SGE gegen St. Pauli kürzer geworden. Das sollte Ansporn genug sein für unsere Jungs. Und für uns Fans ohnehin. Packer mer's.



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