1. FSV MAINZ 05

Vorbericht 1.FC Köln - 1.FSV Mainz 05
1 : 4
(Aus der Sicht des 1.FSV Mainz 05 Fans Bratwurst )


Wie schafft es eine Mannschaft, wie schafft es ein Trainer, in solch einer Situation sein Team derart zu motivieren, dass es den bislang ungeschlagenen Zweitliga-Spitzenreiter an eigener Stätte mit 4:1 abfertigt? Jürgen Klopp hat aus jedem Spieler, den er da im RheinEnergieStadion gegen den 1. FC Köln einsetzte, die typischen Stärken herausgekitzelt. Auch an Motivation und Kampf war alles da. Was das Team wieder mal auf dem Rasen zeigte, lässt erschaudern. Wohlig erschaudern. Denn es unterstrich ein weiteres Mal - diesmal aber sehr deutlich - das enorme Potenzial dieser 05er.

Mag sein, dass auch die Niederlage der Frankfurter Eintracht zu Hause gegen Trier den Boden für diese wichtige Partie in Köln zusätzlich bereitet hat. Das kann uns nur Recht sein.

Jürgen Klopp stellte seine schnellsten und fleißigsten Spieler auf, allen voran Michael Thurk, Niclas Weiland, Andrej Voronin. Zusammen mit Mimoun Azaouagh und Dennis Weiland übten sie in den ersten 30 Minuten einen unglaublichen Druck auf die Kölner Hintermannschaft aus. Und die wackelte.

Endlich, endlich mal wurden zwei der Tore sogar bei Standardsituationen erzielt. Dennis Weiland läuft vermeintlich zu alter Stärke auf.

Christof Babatz - ob ihm die kurze Pause gut getan hatte? Jedenfalls spielte er (mal wieder) auf der zentralen Position sehr sicher und ließ dank Unterstützung der Mitspieler Kölns überragenden Kapitän Dirk Lottner so gut wie nicht zum Zug kommen.

Erst nach der 26. Minute ließ der Mainzer Druck nach. Da war es Kölns Alexander Voigt gewesen, der nach einer Kopfballabwehr der Mainzer Verteidigung beherzt das Leder aus der Luft nahm und aus 25 Metern mit einem satten Schuss in Dimo Waches Kasten katapultierte. Da stockte dem 05-Zuschauer schon der Atem, fühlte er sich doch an das Hinspiel erinnert, das nach 2:0-Führung noch 2:2 ausgegangen war.

Die Geißböcke drückten zwar nach, erzielten vor der Pause jedoch keinen Treffer mehr.

Die zweite Hälfte begannen unsere Jungs aber kaum weniger druckvoll als die erste. Ein starkes Spiel lieferte dabei auch Linksverteidiger Marco Rose. Nach abgesessener Gelbsperre wieder im Spiel, war er häufiger vorne zu finden. In dieser Phase konnte der Beobachter befürchten, dass das Spiel immer noch kippen könnte: Die Kölner drückten weiter, sahen sich aber gegen eine massive Mainzer Abwehr, in der Abel und Bulajic herausragten, ideenlos. Einzig ein von Lottner getretener Freistoß im ersten Drittel der zweiten Hälfte sorgte für ein Raunen unter den 27.000 Zuschauern, doch die Kugel knallte an den Pfosten.

Andrej Voronin, das angebliche Objekt der Kölner Begierde, rackerte wie eine Maschine, lauerte ständig auf einen Konter, den er dann in der 70. Minute - nach gutem Zuspiel von Kramny - glücklich abschloss. Es war das 18. Saisontor für "Vroni", der uns hoffentlich erhalten bleibt. Immerhin äußerte er sich nach dem Spiel gegenüber dem DSF nicht abgeneigt. Nie schoss ein Mainzer in einer einzigen Saison mehr Tore.

Was in der zweiten Hälfte diesmal positiv auffiel, war eine gewisse Abgezocktheit unserer Jungs: Sie hielten clever den Ball in den eigene Reihen und spielten auch mal auf Zeit - selbst dann blieben sie jedoch stets gefährlich.

In dieser Form besitzen unsere Jungs das Zeug zum Aufsteiger. In jedem Fall werden wir als hartnäckigster Anwärter auf einen solchen Platz der Frankfurter Eintracht auf die Pelle rücken.. Am 5. Mai treffen beide Mannschaften im Mainzer Bruchwegstadion aufeinander.

Kölns Trainer Friedhelm Funkel meinte anschließend im DSF: "Meine Mannschaft war zum ersten Mal nicht so konzentriert. Mainz hat uns den Schneid abgekauft."

05-Trainer Jürgen Klopp sagte: "Wir haben Köln von Anfang an unter Druck gesetzt. Und wir wussten, dass wir sie genau so kriegen können."





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