Spielbericht 1.FSV Mainz 05 (A) - 1.SC Feucht
3 : 2
(Übernommen von www.mainz05.de )
Durch ein 3:2 gegen den 1.SC Feucht sind die Amateure wieder gut dabei.
ck - Colin Bell hatte die Mannschaft (teils erzwungenermaßen) auf mehreren Positionen umgestellt. Für den gesperrten Weber ging Kühne in den Sturm, Babatz übernahm im ersten Spiel nach seiner Verletzung dessen Aufgabe im Mittelfeld. Auf die linke Seite ging der neue Publikumsliebling Tobias "Copyright" Kurbjuweit (Bild) für Maas, Kühne schießt das Einsnull, der zuletzt angeschlagene Neustädter kam für Roman Schneider, der nach einem Zusammenprall mit dem roten Trainingstor am Freitag mit Verdacht auf Rippenbruch (er hat keinen) im Krankenhaus war und heute vorsichtshalber draußengelassen wurde, außerdem ging Probst im Ringtausch wieder nach rechts, dafür Ziegner wieder ins Mittelfeld und Falkenmayer wieder auf die linke Abwehrseite. Inmitten dieser Sortierungen hat dummerweise keiner das frühe Tor mitbekommen, darum nochmal in Ruhe: Copyright kommt in Ballbesitz, läuft ein paar Meter die Linie entlang, schickt Kühne (unten links), der findet die Lücke zwischen Torwart und langem Pfosten, einsnull in der ersten Spielminute. Danach kurzes Abtasten und noch ein Tor. Ziegner wickelt sich nahe der rechten Eckfahne um Eger, legt von der Grundlinie zurück in den Strafraum, Copyright macht kurzen Prozeß und pfeffert den Ball ins kurze Eck. Zwonull. Es läuft. Der Gegner ist im Griff, die Offensive rollt, der konternde Bediako bleibt im Torwart hängen (11.), Wetklo findet die Zeit zu einem Tänzchen um den Ball mit Schrepel im eigenen Fünfmeterraum (13., ohne Konsequenzen), Hampl nimmt einen Zuckerpaß auf und spielt ihn zu Wetklo zurück (16.), Babatz klärt nach einem Eckball auf der Linie (19.), der 1.SC Feucht hat die Kontrolle übernommen, ohne daß es jemand gemerkt hat. Die Mainzer haben sich viel zu weit zurückfallen gelassen, das Mittelfeld fast völlig dem Gegner überlassen, der mit Onwuzuruike und dem ekelhaft schnellen und ballsicheren Hampl sehr gefährlich wird. Den ersten Katastrophen-Kopfball-Rückpaß-Versuch kann Wetklo vor dem Strafraum noch irgendwie wegschaffen, gegen Hampls Schuß in der 26. Minute ist er machtlos. Ungleich unglücklicher wirkt er vier Minuten später beim Ausgleich (ebenfalls Hampl), der eigentliche Fehler ist allerdings im Mittelfeld passiert, das im Spielaufbau plötzlich den Ball verliert. Neustädter versucht den Ball noch auf der Linie wegzuköpfen, kommt aber zu spät. Und Feucht dreht auf. Will noch ein Tor. Die Abwehr ist minutenlang völlig konfus, man muß sich Sorgen machen. Wenn die so weiterspielen, wird Feucht uns sechszwo oder so abschießen. Es kommt, wie es kommen muß: 35. Minute, Distanzschuß Schiller, dreizwo. Nein. Zählt nicht. A la Wembley war der Ball von der Lattenunterkante vor, hinter oder auf die Linie gesprungen, der Schiedsrichter-Assistent entschied sich spontan gegen das Tor. Die Fernsehaufnahmen sprechen gegen ihn. Glück gehabt. Im direkten Gegenzug kommt ein langer Ball plötzlich bei Bediako (unten rechts) raus, der macht, was er am besten kann, besser als jeder einer- und alles andere andererseits: Kontern, die Abwehr im Alleingang zerlegen und die Übersicht verlieren. Doch halt: Diesmal nicht. Diesmal geht es gut. Diesmal findet er die Übersicht schnell genug wieder, um im letzten Moment das Dreizwo zu schießen. Halbzeit.
Nach der Pause wird es dramatisch. Dunkle Wolken ziehen von Gonsenheim über den Bruchweg. Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, Blitze zucken, der Donner grollt, die Erde bebt, Feucht ist immer noch nicht geschlagen und zieht jetzt alle Register. Die Mainzer Abwehr schwimmt jedoch im flachen Wasser, geht nicht unter. Land unter zwar im Bruchwegstadion, aber die Mainzer brechen nicht ein. Bis auf Babatz, aber der darf das. Der war so lange verletzt, daß er die neunzig Minuten noch nicht schafft, war abzusehen. Nach einer guten Stunde geht er leicht lädiert vom Platz, Muftawu kommt für ihn und macht die rechte Seite gegen den emsigen Onwuzuruike dicht. Dafür geht der ebenfalls zweitligaerfahrene Walther auf der anderen Seite immer weiter nach vorne, drückt Copyright zurück, aber der hält dagegen. Wie alle anderen. Neustädter gewinnt jedes Kopfballduell, die ganze Mannschaft setzt sich ein, mit letzter Kraft, mit letzter Konzentration, wirft sich in die Bälle, geht in die Zweikämpfe, hat gelegentlich Platz zum Kontern, bleibt aber meistens - ebenso wie das Spiel - doch in der eigenen Hälfte. In der 94. Minute bekommt Feucht noch einen letzten Freistoß kurz vor dem Strafraum, Wetklo hält. Und das Spiel ist aus. Gewonnen. Dreizwo. "Es war mit Sicherheit nicht schön anzusehen", sagt Colin Bell in der Pressekonferenz, "aber so ist der Abstiegskampf. Die drei Punkte waren wichtig." Stimmt. Der zweite Sieg im zehnten Spiel bringt die Amateure zunächst auf den fünfzehnten Tabellenplatz, am Sonntag kann Eschborn noch vorbei ziehen, aber die sollen den Punkt gegen die Bayern-Amateure, die ganz oben einsam ihre Kreise ziehen, erstmal holen.
Im Übrigen läuft noch bis Dienstagabend die Wahl zum Spieler des Monats, wer abstimmen will, sieht bitte erst hier nach und schickt mir dann eine Email mit seinem Kandidaten. Die angesprochenen Regeln nochmal in Ganzkurzform:
Jeder hat nur eine Stimme.
Die Wahlleitung behält sich vor, offensichtlich nicht ernsthafte Stimmen zu ignorieren.
Zu gewinnen gibt es nichts.
In allen Streit- und Zweifelsfällen entscheidet die Wahlleitung alleine.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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